Warum ein Café-Besuch in Italien anders ist

Wenn man bei uns in Wien ins Café geht, dann ist das etwas Besonderes, da man nicht so oft geht. Vielleicht ein bis zweimal die Woche. Man setzt sich an einen Tisch und bestellt beim Kellner, der zum Tisch kommt. Man geht dorthin, um dort länger sitzen zu bleiben und entweder zu lesen, zu plaudern oder zu arbeiten. Der Kaffee kostet nie weniger als 3-4€ und man bezahlt am Ende beim Kellner.

So und dann bin ich in Italien und erlebe den Besuch eines Cafés ganz anders:

– Man geht vor der Arbeit auf einen Sprung in die Café Bar um die Ecke, um für 80cent an der Theke einen Espresso zu trinken. Das Croissant nimmt man mit auf den Weg.
– Man ist unterwegs und kümmert sich um Erledigungen. Zwischendurch geht’s ins Café, ein Espresso und dazu eine kleine Schokopraline.
– Mittags kommt eine Gruppe junger Männer lachend herein, plaudert kaffeetrinkend mit den Baristas und wenige Minuten später sind sie wieder weg.
– Eine kurze Pause zwischen zwei Italienischlektionen. Wo geht man hin? Natürlich ins Café! Diesmal setzten wir uns an einen Tisch und der an der Theke bestellte Kaffee wurde uns gebracht. Aber es vergingen kaum 10 Minuten, dann ging es schon wieder zurück in die Sprachschule.
– Frühstück im Café? Aus der Vitrine sucht man sich ein süßes Gebäck aus und bestellt den Kaffee dazu. In der netten Runde wird geplaudert. Man bezahlt knapp 2€ an der Theke und macht sich dann auch schon wieder auf den Weg.

Ein Café-Besuch in Italien ist anders, weil:
  • Man geht sehr oft ins Café, mindestens einmal täglich
  • Man bleibt nur kurz
  • Man bestellt immer an der Theke und bezahlt auch dort
  • Man trinkt Espresso im Stehen an der Theke (‚al banco‘, manchmal auch am Tisch)
  • Man bezahlt für einen richtig guten Espresso 80cent
  • Man bezahlt für ein italienisches Frühstück knapp 2€ (auch am Tisch)

In Italien geht man einfach schnell mal zwischendurch ins Café. Ein schneller Espresso, ein bisschen plaudern, ein kleiner Snack. Weiter geht’s!

Ich fand es anfangs noch etwas ungewohnt, dass es immer nur so kurze Besuche waren und man sich keine Zeit lässt. Aber das Konzept eines Café-Besuchs ist in Italien einfach anders. Ich finde es toll – denn wenn in Wien ein guter Kaffee so günstig wäre, dann würde ich auch öfters zwischendurch gehen! :))

Hast du dir auch schon mal einen Espresso an der Theke gegönnt? Welches Konzept eines Cafébesuchs bevorzugst du? Freu mich auf deinen Kommentar!

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