Bologna Mini-Guide: Meine 12 Tipps für die Stadt der rotbraunen Arkaden

Bologna – Was gibt’s zu sehen? Wo könnte man wohnen? Was sollte man kosten? All das und noch mehr in meinem Bologna Mini-Guide.

Warum Bologna?

Die Hauptstadt der Region Emilia-Romagna in Norditalien hat mich ein zweites Mal mit ihrem ganz besonderen Charme angezogen:
Es sind die rotbraunen Gebäude mit ihren Arkadengängen. Man beobachtet Radler, die sie entlangfahren und riesige Blumensträuße an Restaurants und Shops ausliefern. Musik erklingt in den Gassen, es duftet nach Essen und man entdeckt versteckte Plätze, die einem ein bewunderndes ‚Oh‘ entlocken.
Es sind die kleinen Läden wie z.B. Schuhmacher und Bäckereien, die sich mit eleganten Geschäften abwechseln. Die riesige Basilika beeindruckt und geht man weiter, entdeckt man einen Markt mit frischem Fisch und Käselaiben. Oder kann Tortellini-Köchen beim Formen im Schaufenster zusehen. In der Weihnachtszeit gab es sogar eine ‚besungene Gassen‘, die mit dem leuchtenden Schriftzug des Liedtexts dekoriert war!
Bologna ist eine richtig coole Universitätsstadt, in der das Leben nur so pulsiert und mit ihren vielen kleinen Bars, Märkten und Restaurants lädt sie zum Entdecken ein. (Aussprache von Bologna = „Bolonja“).

Was machen in Bologna – Meine 12 Tipps für dich

  • Steig hinauf auf einen der ‚Due Torri‚ (zwei Türme), um die Aussicht über die Stadt zu genießen.
  • Gönn dir ‚Tortellini in Brodo‚ (Tortellini in Suppenbrühe) oder ein Mortadella-Sandwich
  • Staune und lass dir ein ‚Wow‘ entlocken, wenn du durch die riesige, wirklich riesige Basilika San Petronio gehst
  • Besuche das unterirdische Kino (Cantiere Modernissimo) und schmökere Kinoposter im Geschäft nahe des Hauptplatzes. Oder schau einen Film im Kino Odeon.
  • Spaziere durch die traumhaften Arkaden (40km davon gibt es!), entdecke kleine Läden und versteckte Plätze und lass dich von einer der Konditoreien zu etwas Süßem hinreissen für den Genuss unterwegs
  • Besuche einen Foodie Markt: Mercato di Mezzo, Mercato delle Erbe oder den alten Stadtmarkt Quadrilatero und entdecke gestapelte Parmesanlaibe, von der Decke hängende Schinken oder in Kisten präsentierte frische Fische!
  • Suche nach den versteckten Kanälen und dem kleinen Fenster mit Blick darauf (Finestrella di Via Piella)
  • Besuche den Brunnen des Neptun und setz dich dann in eines der kleinen Cafés am Hauptplatz (Piazza Maggiore)
  • Lass dich von den Farben der bunten Dinge im Shop von Gallina Smilza verzaubern (Empfehlung meiner Gastschwester aus Lecce; Gallina Smilza bedeutet übrigens ‚Schlankes Huhn‘)
  • Setz dich mit den Italienern am Abend zum ‚Aperitivo‚. Vor dem Abendessen gibt’s in den Bars Drinks (z.B. Aperol-Spritz oder ein Glas Rotwein) und kleine Knabbereien (ähnlich wie Tapas) dazu.
  • Hast du etwas mehr Zeit: Besuche die ‚Gelato University‘ oder das Eis Museum und lerne, wie das köstliche italienische Eis gemacht wird
  • Bist du in der Weihnachtszeit dort: Finde die besungene Gasse (Via d’Azeglio). Für den guten Zweck schmückt ein Liedtext als Weihnachtsbeleuchtung die Gasse und immer wieder erklingt die Musik aus Lautsprechern. Zu Weihnachten gibt’s noch viel mehr zu entdecken in Bologna, mehr dazu ein andermal.
  • Lass dich durch die Gassen treiben und entdecke das Unentdeckte! ;)) Meine absolute Lieblingsbeschäftigung in einer neuen Stadt, einfach losgehen und schauen, was einem so begegnet!

Rundgang Bologna

Um dir einen ersten Eindruck der Stadt zu verschaffen, empfehle ich eine Runde durch das Zentrum zu spazieren. Man kann es gut zu Fuß erkunden. Fang einfach bei einem der Wahrzeichen, den ‚Due Torri‘ (Zwei Türme), an. Einen der Türme kann man sogar über die Stiegen im Inneren besteigen, aber dafür sollte man schwindelfrei sein. Mir kam es vor wie eine filigrane Hühnerleiter hinaufzusteigen. Aber es ist alles machbar und der Ausblick oben ist es wert! Von den ‚Due Torri‘ kannst du zur riesigen und wirklich beeindruckenden Basilika San Petronio spazieren, dir den Neptunbrunnen anschauen und den Hauptplatz ‚Piazza Maggiore‘ mit seinen mittelalterlichen Gebäuden und Cafés bewundern. Eine Karte mit einem Routenvorschlag habe ich hier gefunden und noch weitere Tipps, Ideen und Vorschläge.

Essen in Bologna

Typisch für Bologna sind u.a. Mortadella und Tortellini:
Mortadella ist eine rosfarbene Wurstspezialität, die unserer Extrawurst ähnlich sieht. In den Schaufenstern sieht man die großen Mortadellawürste liegen und kann sich ein Panino damit füllen lassen.
Ich habe Mortadella in Apulien auf knusprigem, weißen Brot mit Stracciatella di Bufala und Pistazien gekostet.
Auch ganz typisch sind Tortellini. Die mondförmige Pasta ist gefüllt mit Käse und Fleisch. Ganz klassisch wird sie in Suppenbrühe serviert (‚Tortellini in brodo‘).
Wir haben Tortellini in brodo im Ristorante Da Nello gegessen – Top!

Süßes:
Mach auch unbedingt einen Abstecher in eine Konditorei (Pasticceria)!
Ich habe mich durch mehrere Konditoreien in Bologna geschlemmt. Meist mache ich es so, dass ich mir vom Verkäufer etwas typisches empfehlen lasse (‚Tipico di Bologna?‘) und bin damit bisher sehr gut gefahren.
Hier ein Mürbteig-Täschchen mit Schokofüllung, auch typisch für die Gegend.

Restaurants:
Ich war gleich zwei Mal im Ristorante Da Nello, da ich schon beim ersten Mal so begeistert war. Sehr freundliche Bedienung (sogar unser Hund wurde geknuddelt und mit Wasser versorgt), fantastisches Essen und man ist umgeben von fröhlich plaudernden Italienern. Wenn man Fleisch mag und im Herbst dort ist, sollte man unbedingt ‚Cinghiale‘ (Wildschwein, sprich ‚Tschingiale‘) mit Polenta kosten.
Auch empfehlenswert ist der Mercato delle Erbe, eine Markthalle mit Ständen, Restaurants und Cafés. So soll das Meeresfrüchte-Restaurant Banco 32 einen Besuch wert sein.

Bologna ist ein Mekka der Kulinarik und man findet an jeder Ecke die leckersten Restaurants. Die Einwohner Bolognas sind sehr wählerisch und schätzen Qualität, dadurch ist der Standard generell sehr hoch.
Lies noch mehr über Essen in Bologna hier. Spaghetti Bolognese wirst du übrigens vergeblich in Bologna suchen. Dafür gibt es leckere Tagliatelle al ragù.

Wohnen in Bologna

Ich empfehle dir im Zentrum zu wohnen (der innerste Kreis auf der Karte). Es ist relativ groß, aber man kann es gut zu Fuß erkunden und darf auch mit dem Auto hineinfahren und parken. Bei beiden folgenden Unterkünften gibt es (zu bezahlende) Parkmöglichkeiten.

B&B ‚Le Stanze del Carro‘: Bei meinem ersten Besuch vor fünf Jahren habe ich im B&B ‚Le Stanze del Carro‘ gewohnt. Sehr zentral und wahnsinnig liebevoll und etwas speziell eingerichtet. Es war beinahe nobel, wie in einem herrschaftlichen aber romantischen Haus.

Funtanir Rooms: Diesmal habe ich über Airbnb die Funtanir Rooms entdeckt. Stylish, praktisch klein, im Industrial Design und nahe beim Bahnhof. Für mich als Bahnreisende war es perfekt, da ich mit meinem Köfferchen nur 10 Minuten zur Unterkunft gehen musste. Bahnhofsnähe bedeutet hier nicht, dass es eine schlechte Gegend ist. Ganz im Gegenteil, es gibt viele Supermärkte und Cafés, ist sauber und ordentlich und auch abends war Herumspazieren kein Problem. Auch von dieser Unterkunft konnte ich das Zentrum super zu Fuß erkunden. Und der Mercato delle Erbe ist ganz nah, dort gibt’s unter anderem leckere Meeresfrüchte.

Rund um Bologna – Ausflüge

  • Wie wäre es mit einem Ferrari Museum in Modena oder Maranello?
  • Oder mit einem Besuch der Renaissance-Stadt Ferrara?
  • Wandern im Nationalpark ‚Nationalpark Foreste Casentinesi‘?
  • Noch mehr Wanderideen gibt es hier
  • Besuch des bergigen Zwergstaat ‚San Marino‘ mit seiner historischen Altstadt?
  • Ab ans Meer: Ravenna und Rimini sind nicht weit.
  • Du magst Parmesan, Parma-Schinken und Balsamico? Parma und Modena sind nah und einen Schlemmer-Besuch wert
  • Auch Venedig und Florenz bieten sich als Ausflugsziel an
  • Oder wie wäre es mit einem wunderschönen Vogelparadies: Parco Delta del Po
  • Noch mehr Ideen gibt’s hier, noch ein paar Ideen.

Feste & Events in und um Bologna

  • Februar: Karneval/Fasching in Bologna (festlich geschmückte Wägen und Menschen, Paraden, Feste und Köstlichkeiten) Mehr dazu und ein Video
    Frühling: Kirschblütenfest in Vignola, nahe Modena, Ende März/Anfang April
  • Ostern: Eierfest in Tredozio- Eierpecken, Eiersuche und mehr
  • September: Fest des Geschmacks des Salzes in Cervia
  • September: Piadina Festival in Bellaria (Piadina sind dünne Teigfladen, die mit z.B. Schinken, Käse und Rucola gefüllt werden, mmmh…)
  • September: Heißluftballon Festival in Ferrara
  • Oktober: Steinpilzfestival in Albareto
  • Weihnachtszeit: Weihnachtsmärkte, Glühwein, Maroni, glitzernde Weihnachtsbeleuchtung und ein riesiger Weihnachtsbaum – Bologna ist auch Anfang Dezember einen Besuch wert!

Wie kommt man nach Bologna?

Flug
Von Wien gibt es Direktflüge nach Bologna (Austrian Airlines oder Laudamotion). In nur knapp 1,5 Stunden ist man schon dort. Außerdem fliegen auch Lufthansa, Wizzair, Ryanair, Eurowings und Alitalia nach Bologna.
Der Flughafen ist nicht weit weg von der Stadt. Der Aerobus von TPER fährt vom Flughafen ins Zentrum Bolognas zum Bahnhof. Tickets kann man online kaufen oder direkt am Flughafen bzw. Bahnhof.

Zug
Mit dem Zug fährt man ca. 9 Stunden von Wien nach Bologna. Ich fahre sehr gerne Zug, da die Aussicht wie Live-TV ist und man bequem an sein Ziel chauffiert wird.
In Bologna Centrale (Hauptbahnhof) angekommen ist man quasi schon im Zentrum und kann mit seinem Koffer zur Unterkunft spazieren (oder ein Taxi/Bus nehmen).

Bus
Auch der Flixbus fährt in Nachtfahrten oder auch tagsüber von Wien nach Bologna.

Auto
Flexibel mit dem Auto unterwegs erreicht man Bologna von Wien innerhalb von ca. 9 Stunden. Das Parken in der Stadt ist nicht ganz einfach und oft kostenpflichtig. Es gibt auch bewachte Parkplätze und Parkhäuser. Beim ersten Besuch haben wir unser Auto auf einem bewachten Parkplatz außerhalb des Zentrums abgestellt. In der Nähe der zweiten Unterkunft gibt es kostenpflichtige öffentliche Parkplätze.

Bologna musikalisch verewigt

Vielleicht hast du schon mal das Lied ‚Bologna‘ von der Wiener Band Wanda gehört? Im zugehörigen Video siehst du ein paar Eindrücke von Bologna. Das Geschäft Ceccarelli, deren rote Markise kurz im Video zu sehen ist, wurde dadurch sogar ein kleines bisschen berühmt gemacht.

Aperitivo mit Rotwein im Schnapsglas – Eine kleine Anekdote

Von einem meiner Lieblingserlebnisse in Bologna will ich noch erzählen: Wir setzten uns zum Aperitivo in eine kleine Bar und bestellten ein Glas Rotwein und Limonade. Nachdem uns der Kellner die Getränke gebracht hatte, erklärte er uns, dass man in Italien ein gutes Glas Rotwein nicht alleine trinken könne. Er verschwand und tauchte dann mit einem kleinen Schnapsglas voll Rotwein für mich wieder auf und meinte „Damit ihr zumindest anstoßen könnt!“. Was für eine liebe Geste. In diesem Moment habe ich Bologna absolut ins Herz geschlossen.

Ab nach Bologna! <3

Warst du schon einmal in Bologna?

Wenn ja – Was hat dir am besten gefallen? Hast du Tipps für mich für meinen nächsten Besuch? Freu mich auf deinen Kommentar!

Wenn nicht – was würdest gerne machen?

In Bologna will ich...

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